{"id":11985,"date":"2017-06-06T20:16:22","date_gmt":"2017-06-06T20:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/nina-roth.de\/?p=11985"},"modified":"2017-06-06T20:53:06","modified_gmt":"2017-06-06T20:53:06","slug":"meine-schoenste-reise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nina-roth.de\/?p=11985","title":{"rendered":"meine sch\u00f6nste Reise"},"content":{"rendered":"<p><em>in Herzengedanken an meine Schwester Lutzi&#8230;<\/em><br \/>\n<em>liebend deinem Wunsch folgend:<\/em><\/p>\n<p>Tagebucheintrag meiner Schwester vom 03.03.2017 &#8211;<br \/>\nan meinen Sohn und meine Familie:<\/p>\n<p>\u201eMeine sch\u00f6nste Reise\u201c<\/p>\n<p>Mir ist an diesem Tag etwas Unglaubliches passiert. Ich m\u00f6chte es mal so beschreiben: ich ging auf eine ungew\u00f6hnliche Reise. Ist so sterben?<!--more--><\/p>\n<p>Ich hatte an diesem Morgen gegen 8.00 Uhr zum ersten Mal \u201eDronabinol-Tropfen\u201c eingenommen.\u00a0Gegen 9.30 Uhr ging es dann los. Ich merkte, wie ich die Kontrolle \u00fcber meinen Geist und meinen K\u00f6rper verlor. Ich bekam Angst. Es war sehr unheimlich und ich konnte mir nicht erkl\u00e4ren, was gerade geschah.<br \/>\nSchnell r\u00e4umte ich noch mein Fr\u00fchst\u00fcck weg und dann musste ich mich auch schon hinlegen. Ich sp\u00fcrte, wie mich rasend schnell das Bewusstsein verlie\u00df. Aber trotzdem konnte ich noch in etwa einsch\u00e4tzen, was mit mir passierte.<br \/>\nIch wollte meine Schwester anrufen, aber es ging nicht mehr. Ich wollte ihr sagen, dass ich mein Bewusstsein verliere. Ich konnte das Telefon noch holen, aber nicht mehr telefonieren.<br \/>\nIch wusste, ich muss auch noch meine Freundin anrufen und ihr unseren t\u00e4glichen Spaziergang absagen. Das habe ich dann auch noch gerade so geschafft. Ab dann ging nichts mehr.<\/p>\n<p>Ich legte mich auf die Couch, schaffte es mit viel M\u00fche, mich zuzudecken und dann begann \u201emeine Reise\u201c. Zuerst str\u00e4ubte ich mich noch dagegen, aber dann hatte ich keine Kraft mehr und lie\u00df Allem seinen Lauf:<br \/>\nAlles entspannte, K\u00f6rper und Geist und ich ging weg. Ich \u00fcberlegte noch, was ich meinem Sohn und meiner Familie gerne gesagt h\u00e4tte, aber es gab kein zur\u00fcck. Das machte mich zuerst traurig, aber im n\u00e4chsten Moment war alles in Ordnung. Es gab nur noch ein nach vorne. Die Traurigkeit schlug um in Loslassen. Meine Reise begann.<br \/>\nIch hatte in kein Gep\u00e4ck, nichts Schweres, es war alles ganz leicht. Eine gro\u00dfe Erleichterung in jeder Hinsicht. Keine schweren Gedanken, Sorgen oder Probleme. Nur Leichtigkeit.<br \/>\nIst so Sterben? Loslassen f\u00e4llt gar nicht schwer, macht nicht traurig?<br \/>\nNur noch Vorfreude auf eine wundersch\u00f6ne Reise.<\/p>\n<p>Meine Reise begann in meiner Kindheit in Brasilien. Ich h\u00f6rte all die vertrauten Ger\u00e4usche, die Grillen, die V\u00f6gel. Alles war voll wundersch\u00f6ner Blumen. Ich h\u00f6rte unsere Papageien und ich habe Antonio getroffen. Der Geruch von \u201ezu Hause\u201c lag in der Luft.<br \/>\nIch war an den Iguacu-Wasserf\u00e4llen und auch am Rio de la Plata. Ich schob langsam meine F\u00fc\u00dfe in den warmen, weichen Sand.<br \/>\nDann war ich pl\u00f6tzlich mit meinem Sohn in einem Auto. Wir sind sehr schnell gefahren, haben Musik geh\u00f6rt. Er hat laut gesungen und wir haben zusammen gelacht. In diesem Moment hatte ich einen Adrenalisto\u00df, den ich ganz bewusst gesp\u00fcrt habe. Es war ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl. Auch die Liebe zu meinem Sohn gab mir wieder einen unglaublichen Schub. Dieses Gef\u00fchl, dass ich nur f\u00fcr ihn habe. \u00dcberw\u00e4ltigend.<\/p>\n<p>Ich war \u00fcberall. Nichts Schlechtes begegnete mir. Schmetterlinge im Bauch. Alles war gut und irgendwie unglaublich sch\u00f6n und v\u00f6llig vertraut.<br \/>\nPl\u00f6tzlich, so auf meinem Wag, er wurde wei\u00df und weich, stand ich vor einem wundersch\u00f6nen Tor. Auch das Tor war ganz wei\u00df. Es bestand aus zwei Fl\u00fcgeln.<br \/>\nFeine durchl\u00e4ssige Verzierungen s\u00e4umten die Torrahmen. Es war nicht zu. Beide Fl\u00fcgel waren leicht nach innen ge\u00f6ffnet.<br \/>\nIch blieb stehen. Hinter den Fl\u00fcgeln war ein sehr helles Licht. So, dass ich nichts erkennen konnte. Aber es blendete nicht. Es war einfach nur sehr, sehr hell und warm.<br \/>\nDa fragte mich auf einmal eine weibliche, sehr warme Stimme: \u201eWas machst du hier?\u201c Ich konnte niemanden sehen. Die Stimme kam aus der Ecke des linken Fl\u00fcgels des wundersch\u00f6nen Tores.<br \/>\nIch blieb stehen und sagte: \u201cIch gehe spazieren und bin zuf\u00e4llig hier vorbei gekommen.\u201c<br \/>\nNach einer Weile fragte ich: &#8222;Warum nennt man das hier den Tod? Wenn man hier steht, ist es so wundersch\u00f6n. Tod klingt kalt und dunkel, aber hier ist es ja warm und hell.\u201c<br \/>\nDie Stimme fragte mich: \u201eWillst du dem Tod einen anderen Namen geben?\u201c Ich sagte: \u201eJa, ich m\u00f6chte den Buchstaben \u201ed\u201c gerne durch ein \u201er\u201c ersetzen. Aus Tod soll Tor werden, denn das ist es doch, was ich hier sehe.\u201c<br \/>\nDie Stimme sagte: \u201eDas ist gut.\u201c<\/p>\n<p>Ich ging langsam weiter, drehte mich aber noch einmal um. Blieb stehen und wunderte mich: das Tor sah jetzt wieder ganz anders aus? Ich fragte die Stimme: \u201eWarum sieht das Tor von hier ganz anders aus? Es ist immer noch wundersch\u00f6n, kommt mir auch bekannt und vertraut vor, ich kenne dieses Bild, aber es ist anders.\u201c<br \/>\nDie Stimme sagte: \u201eEs ist immer sch\u00f6n, von wo aus du auch schaust, es passt immer.\u201c<br \/>\nGanz langsam ging ich beruhigt weiter. Mir war so sch\u00f6n warm. Eine W\u00e4rme, die genau \u201erichtig\u201c ist.<\/p>\n<p>Langsam kam ich, v\u00f6llig entspannt, zu mir. Dies war die sch\u00f6nste Reise, die ich je gemacht habe. Ich trage sie fest in meinem Herzen. Ich sp\u00fcre, sie hat sich tief in mir verankert. Sie gibt mir Ruhe, Gelassenheit und erf\u00fcllt mich mit einem ganz tiefen Frieden und tr\u00e4gt mich. (&#8230;)<\/p>\n<p>Es war kein Abschied notwendig, da es keinen gab&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>in Herzengedanken an meine Schwester Lutzi&#8230; liebend deinem Wunsch folgend: Tagebucheintrag meiner Schwester vom 03.03.2017 &#8211; an meinen Sohn und meine Familie: \u201eMeine sch\u00f6nste Reise\u201c Mir ist an diesem Tag etwas Unglaubliches passiert. 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