{"id":5857,"date":"2015-01-13T21:30:20","date_gmt":"2015-01-13T21:30:20","guid":{"rendered":"http:\/\/nina-roth.de\/?p=5857"},"modified":"2015-01-13T22:18:15","modified_gmt":"2015-01-13T22:18:15","slug":"faust-i-12-januar-2015","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nina-roth.de\/?p=5857","title":{"rendered":"Faust I &#8211; 12. Januar 2015"},"content":{"rendered":"<p>Goethes Faust (der Trag\u00f6die erster Teil) geh\u00f6rt zu den wenigen Kostbarkeiten, die, je weiter wir sie erforschen, immer neue und sch\u00f6nere Geheimnisse preisgeben.<br \/>\nSo bin ich bei dieser Inszenierung \u00fcberrascht, welche Freude daraus hervorgehen kann.<br \/>\nHatte ich bisher, in tiefer Leidenschaft der unglaublichen Wortintensit\u00e4t,<!--more--> die Last der Zweifel als tragisch empfunden. So stellen sich nun neue Sichtweisen ein. Die erhaltende Lust am Wechselspiel der Ambivalenzen in der Akzeptanz, dass sie stets vorhanden sind. Die beiden Charaktere der Fliegenden Volksb\u00fchne, die aus Faust rezitieren und interpretieren, zeigen in facettenreichen Auspr\u00e4gungen den Wechsel mitsamt der Gleichzeitigkeit von Scham und Enthemmung. &#8222;Gestatten Sie, dass ich aus mir heraus trete!&#8220; Und dies wom\u00f6glich auch im walpurgisn\u00e4chtlichen Licht.<br \/>\nHatte ich Goethes &#8222;ach&#8220; bisher nicht ausreichende Bedeutung geschenkt. Ist es doch das &#8222;ach&#8220;, welches zwischen den beiden Seelen in der Brust wohnt. Es bef\u00e4higt zu leiden, stellt aber ebenso die erleichternd l\u00e4chelnd ausatmende Verbindung dieser beiden Seelen dar. Die Vielfalt und Intensit\u00e4t des &#8222;achs&#8220; sollte daher nicht untersch\u00e4tzt werden.<br \/>\nMitsamt der Genialit\u00e4t Goethes, dessen Art zu Denken eines der sch\u00f6nsten Angebote \u00fcberhaupt darstellt, werden Diskrepanzen der Wissenschaft und Leidenschaft einerlei, in der wir sie im Zeit-Raum-Kontinuum finden. &#8222;Man kann nur genie\u00dfen, was vor Ort ist, w\u00e4hrend die Begierde ein zeitspezifisches Ph\u00e4nomen darstellt.&#8220;<br \/>\nUnd dass es unter Schnaken, die l\u00e4stig um einen herum sind, einige Schwierigkeiten bereitet, die Liebe zu gestehen, ist munter nachzuvollziehen. Doch es ist m\u00f6glich, &#8222;sobald du dir vertraust&#8220;. Es entstehen Retter, die auch Fr\u00fcchte ernten.<br \/>\nUnd so ist das Lesen in Goethes Faust immer wieder wunderbar. &#8222;Du musst lesen, bis du die Dinge tats\u00e4chlich siehst&#8220;, denn &#8222;durch das nicht gesagte werden erst die Vorstellungen verursacht&#8220;. Somit entfacht die Lebendigkeit, die \u00fcber allem Zweifel steht.<br \/>\n&#8222;Zu neuen Ufern&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ach! k\u00f6nnt ich doch auf Bergesh\u00f6hn<br \/>\nIn deinem lieben Lichte gehn,<br \/>\nUm Bergesh\u00f6hle mit Geistern schweben,<br \/>\nAuf Wiesen in deinem D\u00e4mmer weben,<br \/>\nVon allem Wissensqualm entladen,<br \/>\nIn deinem Tau gesund mich baden!&#8220; (Faust I, Vers 392)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goethes Faust (der Trag\u00f6die erster Teil) geh\u00f6rt zu den wenigen Kostbarkeiten, die, je weiter wir sie erforschen, immer neue und sch\u00f6nere Geheimnisse preisgeben. So bin ich bei dieser Inszenierung \u00fcberrascht, welche Freude daraus hervorgehen kann. Hatte ich bisher, in tiefer &hellip; <a href=\"http:\/\/nina-roth.de\/?p=5857\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5857"}],"collection":[{"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5857"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5867,"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5857\/revisions\/5867"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/nina-roth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}